Kreislandwirt Jörn Ehlers zu Gast am Kamin

07.11.2014

Jörn Ehlers aus Holtum (Geest) war Gast beim 13. Kaminabend der Dörverdener CDU im “Waidmannsheil” in Diensthop. Ehlers stellte zunächst den Kreislandvolkverband vor und berichtete mit aktuellen Zahlen und Fakten über die Entwicklung der heimischen Agrarwirtschaft: “Im Kreis Verden gibt es heute rund 850 Betriebe größer 5 Hektar, vor wenigen Jahren waren es noch über 1.000. Ab 2020 werden es wohl noch rund 600 Betriebe sein. Die Durchschnittsgröße steigt, die Leistung auch, heute ernährt jeder Landwirt in Deutschland 140 Bürger!” Jörn Ehlers berichtete auch über die intensivierte Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Landvolks: “Wir haben erkannt, dass wir mehr informieren und für unsere Arbeit werben müssen. Auch im ländlichen Raum ist die Verwurzelung und das Verständnis für die Landwirtschaft nicht mehr so selbstverständlich. Wir Bauern müssen uns da öffnen.”

In der anschließenden Diskussion, die vom hiesigen Landtagsabgeordneten Adrian Mohr moderiert wurde, stellten die 30 Zuhörer zu vielen Themen Fragen, die Ehlers locker und kompetent beantwortete. Anwesende Landwirte, Jäger, Endverbraucher und Kommunalpolitiker brachten eigene Meinungsbeiträge: Der Tierschutz, die Energiewende, die Bedeutung der Bauern für unsere Dörfer und die Kulturlandschaft sowie die Rolle der Biolandwirtschaft wurden angesprochen. Ehlers unterstrich, dass sowohl die konventionelle Landwirtschaft wie auch die Biobetriebe hochwertige Lebensmittel produzieren: “Beide haben ihre Daseinsberechtigung und ich möchte nicht, dass man beide Zweige und ihre Betriebe gegeneinander ausspielt!” so der Kreislandwirt. Bioerzeugnisse hätten beim Konsum von Agrarprodukten einen Marktanteil von 6 %.

Breiten Raum nahm die Diskussion über die Agrarpolitik der Landesregierung, geprägt insbesondere durch den Grünen Landwirtschaftsminister Meyer ein. Während der Berufsstand anfänglich Meyer eine faire Chance für ein konstruktives Miteinander gab, seien die Fronten nun verhärtet. Mehr Bürokratie, mehr gebührenpflichtige Kontrollen, Vorgaben ohne Rücksicht auf Hinweise der meisten Fachleute und damit die Schwächung niedersächsischer Landwirte und ihrer Familienbetriebe im Wettbewerb sowie zuletzt die Vorschläge Meyers 100.000 Hektar als Vorrangfläche für Moorschutz und spätere Wiedervernässung ins Landesraumordnungsprogramm (LROP) zu schreiben, sorgten bei Jörn Ehlers und anderen Landwirten für Verdruss.

Michael Kappel aus Westen dazu: “Wie sollen wir junge Menschen für unseren Beruf begeistern, wenn der für uns zuständige Minister uns bei jeder Gelegenheit Knüppel zwischen die Beine wirft und dem Ansehen des Berufsstandes schadet?!” MdL Adrian Mohr glaubt, dass “Christian Meyer mit den unausgewogenen Vorschlägen zum LROP und zur Wiedervernässung von Flächen, deren Kultivierung die Lebensleistung von Generationen war, den Bogen überspannt hat.” Auch sozialdemokratische Kommunal- und Landespolitiker würden inzwischen den Kopf über Meyers Politik schütteln, so Mohr, der sich mit einem Agrarprodukt aus dem Badischen bei Jörn Ehlers für einen interessanten und inhaltsreichen Abend bedankte: einer Flasche Rotwein.