Die mehrheitliche Ablehnung des acht Einzelpunkte umfassenden CDU-Antrags zur Verbesserung von Verkehrsfluss und -infrastruktur im Ausschuss für Bau, Planung und Umwelt (BPU) trifft in der Dörverdener CDU-Ratsfraktion auf Unverständnis und Enttäuschung: “Parallel zur Abgabe unseres Antrages habe ich im Juni die SPD-Fraktion direkt angeschrieben und mit Blick auf den von uns langfristig gewollten weiteren Allerübergang auf Gemeinsamkeiten gehofft. Unsere Gesprächsbereitschaft habe ich bei der BPU-Sitzung vor der Sommerpause öffentlich wiederholt. Gerne wäre ich dafür auch in die SPD-Fraktion gegangen. Leider null Reaktion. Der Vorstoß von CDU und SPD in Verden für eine Machbarkeitsstudie war ein guter Ansatz. Um eine Mehrheit für unseren Antrag zu erreichen, haben wir kürzlich unsere Forderungen noch abgeschwächt, so ist nun keine Festlegung auf eine Trasse mehr drin, sondern nur der Wunsch, die Machbarkeit eines weiteren Allerüberganges ernsthaft zu prüfen. Leider geben die SPD-Fraktionen in Verden und Dörverden schnell auf, wenn von den unwilligen Verwaltungsspitzen in Stadt und Kreis eine Ansage kommt, was angeblich nicht geht!” kritisiert Fraktionssprecher Adrian Mohr. Auf Gemeindeebene hat er sich weniger Parteilinie und mehr gemeinsames Engagement für ein Generationenprojekt erhofft.
Einig waren sich die Fraktionen im BPU noch hinsichtlich der ersten Punkte des CDU-Antrages, die auf eine Verbesserung des Verkehrsflusses in Verden abzielen. Die Ablehnung des CDU-Antrages durch SPD und Grüne bezieht sich auf die Punkte, die einen weiteren Allerübergang betreffen.
“Aus dem Kreishaus hören und lesen wir auf Grundlage eines sehr zweifelhaften Gutachtens stets, warum das Vorhaben nicht geht. Die Autobahnabfahrt Daverden ging übrigens aus Sicht vieler Experten auch nicht und die Bahnüberführung Langwedel-Förth war lange auch völlig unrealistisch. Weitere regionale und überörtliche Bespiele ließen sich finden. Aber es gibt immer wieder auch mutige Leute, die das wollten und die daran gearbeitet haben und Widerstände überwunden haben. Wenn man an einem Strang zieht, kann es gelingen!” so Adrian Mohr. Wer nicht bereit sei, für ein Zukunftsprojekt auch mal gegen bürokratische Wände zu argumentieren und zu kämpfen, der könne Kommunalpolitik auch bleiben lassen, ärgert sich der CDU-Fraktionsvorsitzende aus Dörverden.
Zur im Ausschuss von einem SPD-Ratsherrn geäußerten Vermutung, die CDU werde das Thema nach der Kommunalwahl im September 2016 schnell fallen lassen, erklärte BPU-Mitglied Volker Schnabel aus Hülsen: “Diesen Gefallen werden wir den Neinsagern nicht tun. Uns ist klar, dass eine weitere Allerbrücke nicht in ein paar Jahren kommt. Aber wir haben einen langen Atem! Gerade für die Dörfer entlang der Aller wäre ein schnellerer Zugang nach Verden sehr wichtig. Bei diesem Thema sind wir Dauerläufer und wissen eine Mehrheit der Mitbürger hinter uns” so Volker Schnabel auch in Anspielung auf die Bürgerumfrage der CDU, bei der 90 % für einen weiteren Allerübergang votierten. Die Interessen der eigenen Bürger dürfe man im Rat nicht vergessen!
Abschließend entscheidet über den Antrag der Gemeinderat in seiner nächsten Sitzung.

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