CDU siegt bei Europawahl in Dörverden – Wahlbeteiligung steigt um 23 %

30.05.2014

Das Beste vorweg: Mit 61,6 % lag die Wahlbeteiligung bei der Europawahl in der Gemeinde Dörverden um satte 23 %-Punkte höher als 2009. Dieser fulminante Anstieg ist sicher maßgeblich auf die taggleiche Bürgermeisterwahl in Dörverden zurückzuführen (siehe gesonderter Bericht: „Herzlichen Glückwunsch, Wahlsieger Alexander von Seggern").

Die CDU hat die Europawahl in der Gemeinde Dörverden klar gewonnen: Mit 39,9 % lag die CDU knapp unter dem Wahlergebnis von 2009 (40,2 %), erzielte dabei über 600 Wählerstimmen mehr als 2009 – auch dies ein Ausdruck der enorm gestiegenen Wahlbeteiligung. Die CDU hat in Dörverden also keine „Mobilisierungsverluste" erlitten. Während CDU und CSU bundesweit 2,5 %-Punkte verlieren (davon CSU -1,9 / CDU -0,6), bleibt die CDU in Dörverden fast exakt auf dem guten Niveau der Wahl 2009. Ein gutes Ergebnis für uns.

40 % für die CDU in der Gemeinde Dörverden

Die 39,9 % der CDU in Dörverden sind dabei wieder besser als das CDU-Ergebnis im Landkreis Verden (37,6 %), im Land Niedersachsen (39,4 %) und im Bund. Wir freuen uns, dass wir mit einem starken Ergebnis in unserer kleinen Gemeinde unseren Beitrag zum guten Unionsergebnis insgesamt beitragen können.

Trotz passabler Zugewinne bleibt die SPD in der Gemeinde Dörverden mit 35 % knapp 5 %-Punkte hinter der CDU. Das Plus der SPD ist mit +5,4 %-Punkten beachtlich, fällt aber geringer aus als im Bundestrend. Die Grünen bekommen 9,2 % und verlieren damit 2 %-Punkte zur letzten Europawahl. Die FDP stürzt auch in Dörverden ab: Lagen die Liberalen 2009 noch bei 8,2 % so sind es jetzt nur noch 1,5 %. Die Linke bleibt konstant bei 3,6 %, ein erfreulich unterdurchschnittliches Ergebnis. Die AfD erreicht 5,4 %, wie im Kreis- und im Landestrend. Erfreulich, dass weder die Linke, noch die AfD oder die NPD in Dörverden überdurchschnittlich abschneiden.

Die Briefwahlbeteiligung ist – wie auch bei der Bürgermeisterwahl – deutlich gestiegen. Über 8 % der Wahlberechtigten (genau 564) gaben ihre Stimme mittels Briefwahl ab. 563 gültige Stimmen bedeuten, dass mehr gültige Briefwahlstimmen ausgezählt werden mussten, als gültige Stimmen gezählt wurden z. B. in den Wahllokalen in Hülsen (491 Gültige), Barme (356) oder auch in den beiden Dörverdener Stimmbezirken (532 bzw. 455). Deshalb muss in der Analyse das Briefwahlergebnis besonders gewürdigt werden, weil hier ja Wählerinnen und Wähler aus allen Ortschaften einfließen. Gerade hier, bei den offenkundig relativ früh entschlossenen Wählern schneidet die CDU in unserer Gemeinde besonders stark ab: 45 % bei den Briefwählern sind ein seltener Wert – und bedeuten einen Zugewinn von 5 %-Punkten. Kreuzten 2009 noch 104 Briefwähler die CDU an, so waren es bei der Europawahl am Sonntag 254 Wählerinnen und Wähler. Die SPD schneidet mit 29 % stark unterdurchschnittlich ab. Auf die Grünen entfielen nur 6,6 % der Briefwahl-Stimmen. Zum Vergleich: 2009 waren die Grünen bei den Briefwählern in unserer Gemeinde noch sehr stark: 15 % waren es damals.

Analyse der Ortschaften / Wahllokale in unserer Gemeinde

In Barme gewinnt die CDU 42 Stimmen mehr als 2009, auch prozentual ein leichter Zuwachs: 35,1 % nach 34,2 % bei der letzten Europawahl. Die SPD bleibt in Barme vorn – wie schon 2009. Diesmal mit starken 40,7 %. Diese relative stärke in Barme fruchtete bei der taggleichen Bürgermeisterwahl nicht: Nachdem Karin Meyer bei der letzten Wahl in Barme klar mit 55 % zu 45 % gewann, kehrte sich das Ergebnis 2014 um. Alexander von Seggern gewann in Barme 55 % der Stimmen. Auffällig in Barme der massive Absturz der FDP von 9,9 % auf jetzt noch 1,1 %. Die Grünen bleiben mit 7,6 % relativ schwach in Barme.

Dörverden ist über Jahrzehnte eine klassische SPD-Hochburg. Mit +4,5 % bzw. +4,4 % sind die Zugewinne der SPD in den beiden Dörverdener Wahlbezirken etwas geringer als der Trend. Die CDU legt sowohl in „Dörverden 1 + Diensthop" als auch in „Dörverden 2" jeweils knapp 2 %-Punkte gegen den allgemeinen Trend zu. Wenn man berücksichtigt, dass aus dem Kernort recht viele Briefwähler kommen, dann steht das Unionsergebnis in Dörverden unterm Strich ganz erfreulich da. Wir wissen, dass es im Kernort strukturell nicht einfach ist. Der Rückstand auf die SPD, die hier früher bei etlichen Wahlen 15 % und mehr  vor der Union lag, ist aber relativ gering. Das ist in anderer Ausprägung übrigens in der Analyse auch ein Grund, warum Karin Meyer die Bürgermeisterwahl verloren hat. Natürlich hat sie beide Wahlbezirke in Dörverden gewonnen, aber unterm Strich lange nicht so klar, wie früher üblich.

Stedorf ist mit 1.389 Wahlberechtigten und 736 Wählern das größte Wahllokal der Gemeinde. Die CDU erzielt 41 %, nach deutlich überdurchschnittlichen 44 % bei der letzten Europawahl. Das damalige Ergebnis war ein kleiner Ausreißer, denn normal schneidet die Union meist 1 bis 2 %-Punkte besser ab als im Gemeindetrend, damals waren es 4 %-Punkte. Die SPD bekam am Sonntag 34,4 % in Stedorf, die Grünen kamen auf 12,7 % und konnten damit hier ihr bestes Einzelergebnis erreichen. Die AfD bleibt mit 3,9 % in Stedorf deutlich unterdurchschnittlich.

In Stedebergen erringt die CDU mit 50 % ein Spitzenergebnis, die SPD gewinnt im kleinsten Wahlbezirk der Gemeinde (104 gültige Stimmen) deutlich und kommt auf 27 %. Auch in Wahnebergen legt die SPD übermäßig zu: Plus 8 %-Punkte bedeuten 38 % für die SPD, die damit in Wahnebergen die CDU überholt (36,4 %). In ihrer alten Hochburg können die Sozialdemokraten somit nach einigen schwachen Ergebnissen in den letzten 5 Jahren nunmehr wieder Boden gut machen. Auffällig ist hier, dass die Wahlbeteiligung mit 47,4 % recht gering ausgefallen ist – rund 6 %-Punkte weniger als nebenan in Stedebergen und 18 % weniger als in Ahnebergen. Örtlich bedeutsame, aber überregional verursachte Mobilisierungs-Hemmnisse für die CDU in Wahnebergen wurden bei der Analysebesprechung des CDU-Vorstands diskutiert. Die Bürger aus Ahnebergen und Barnstedt wählen in der Schützenhalle in Ahnebergen. Die CDU gewinnt deutlich dazu und erreicht nach 47 % in 2009 nunmehr stolze 53,7 %.

In Westen stieg die Wahlbeteiligung im Fahrwasser der Bürgermeisterwahl um fast 30 %-Punkte (!!!) an. Rechnet man überschlägig 8 % Briefwählerquote dazu, dann haben sich in Westen über 70 % der Wahlberechtigten an der Europawahl beteiligt – und ein paar mehr an der Bürgermeisterwahl. Ganz stark! Mit 40,6 % liegt die CDU in Westen weiterhin deutlich vor der SPD, die sich auf 26,7 % verbessern konnte (2009: 23,7 %). Die Zugewinne der SPD in Westen sind relativ gering – auch das kann etwas mit der Bürgermeisterwahl zu tun haben. Denn in Hülsen, dem Heimatort der amtierenden SPD-Bürgermeisterin, schlägt das Pendel in die andere Richtung: Plus 8 % bringen die SPD auf nunmehr 43,6 %. Die CDU hält mit 37,5 % ihr Ergebnis von 2009 (37,7), obwohl die Union 67 Wählerstimmen mehr bekommen hat als 2009. Auch in Hülsen ist die Wahlbeteiligung im Fahrwasser der Bürgermeisterwahl stark gestiegen: + 26 %-Punkte zur letzten Europawahl! Während die Grünen in Westen mit 12 % (wieder mal) ein recht starkes Ergebnis eingefahren haben, sind die 7,5 % in Hülsen (auch wieder mal) klar unterdurchschnittlich. Auffällig ist auch, dass die Linke in Westen mit 5 % ihr zweitbestes Ergebnis in der Gemeinde erzielt (nach den 5,3 % in „Dörverden 1 + Diensthop"). In Hülsen können die Erben von SED/PDS lediglich 2,2 % verbuchen. Insgesamt also fundamental unterschiedliche Ergebnisse und Tendenzen in Westen und Hülsen. So wie bei der taggleichen Bürgermeisterwahl.